Versorgungsnetzwerk

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WAS IST AMBULANZPARTNER?

Im April 2011 wurde daher an der Charité das Ambulanzpartner Versorgungsnetzwerk gegründet, das in der Zwischenzeit bundesweit aktiv ist und eine Unterstützung bei der Versorgungsorganisation darstellt. Das Ambulanzpartner Versorgungsnetzwerk dient dazu, im Auftrag der Patientinnen und Patienten die geeigneten Versorgungspartner für die unterschiedlichsten Bedarfe zu finden, zu vernetzen und zu unterstützen.

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Diese Leistung wird durch Koordinatoren (w/m) erbracht, die sich auf ein Fallmanagement der Medikamenten-, Hilfsmittel-, Heilmittel-, Ernährungs- oder Beatmungsversorgung spezialisiert haben. Die Teilnahme an Ambulanzpartner ist für Patienten, Angehörige und Ärzte kostenfrei. Patienten können selbst entscheiden, ob Ambulanzpartner ihre gesamte Versorgung oder nur bestimmte Teile von AmbulanzPartner organisiert.

Bei der ALS bestehen im Verlauf der Erkrankung sehr unterschiedliche Notwendigkeiten und Bedarfe. Im anfänglichen Erkrankungsverlauf stehen die diagnostische und prognostische Einschätzung und die Klärung der veränderten Lebenssituation im Vordergrund. Nach der Klärungsphase kommen Therapie- und Versorgungsaspekte stärker in den Mittelpunkt. Dazu gehören Medikamente, Therapien (Physio- und Ergotherapie, Logopädie), Mobilitäts- und Kommunikationshilfen sowie Atem- und Ernährungshilfen. Aufgrund der Vielzahl und Komplexität der einzelnen Behandlungen sind zahlreiche fachliche und organisatorische Aufgaben zu lösen, um ein geeignetes individuelles Behandlungskonzept umzusetzen. Erfahrungsgemäß sind die organisatorischen Abstimmungen, Anträge, Dokumente und Bewilligungen bzw. der Zeitaufwand dafür eine Belastung oder gar Überforderung für Patienten, Angehörige aber auch für die betreuenden Ärzte, Praxen und Ambulanzen.

Ein moderner und innovativer Bestandteil des Netzwerks ist das internetbasierte Versorgungsportal Ambulanzpartner.de, auf dem die professionellen Partner für die Versorgung eines Patienten (Ambulanzen, Praxen, Therapiezentren, Hilfsmittelversorger, Apotheken, Ernährungs- und Beatmungsteams) miteinander verknüpft werden. Sie führen eine gemeinsame elektronische Versorgungsakte und Managementplattform. Durch die Digitalisierung der Versorgungs- und Organisationsprozesse entfallen zahlreiche Telefonate, Faxe und schriftliche Dokumente. Auf diese Weise wird der Weg zur Hilfs- und Heilmittelversorgung effizienter und transparenter. Eine Einschränkung liegt darin, dass auch mit Ambulanzpartner die Vorgänge innerhalb der Krankenkassen nicht beschleunigt werden können. Alle Fragen der Plausibilitäts- und Wirtschaftlichkeitsprüfung durch Krankenkassen bleiben unberührt.

Das Ambulanzpartner Versorgungsnetzwerk ist jedoch ein wichtiger Schritt, um die Abstimmung zwischen allen an der Versorgung Beteiligten zu verbessern. Patienten und Angehörige, die mit einer Internetnutzung vertraut sind, können selbst einen geschützten Zugang zum Internetportal Ambulanzpartner erhalten und dort sämtliche Versorgungsprozesse (Termine, Dokumente, Fristen) nachvollziehen. Ein besonderer Vorteil besteht auch darin, dass auf Ambulanzpartner.de zu Bewertungen von Behandlungen, Medikamenten, Therapieformen, Therapeuten und vielen mehr eingeladen wird. Die Bewertung und Beeinflussung der medizinischen Versorgung durch Patientinnen und Patienten selbst wird als „Empowerment“ bezeichnet wird (engl.: „Stärkung“; „in die Lage versetzen“). Eine häufige Frage und Sorge besteht darin, ob für die Nutzung des Versorgungsnetzwerks ein Internetzugang und Erfahrung mit den „modernen Medien“ erforderlich ist. Die Antwort ist: Nein. Das Internetportal wird von professionellen Nutzern bedient und funktioniert auch ohne aktive Teilnahme des Patienten. Voraussetzung ist jedoch die Einwilligung der Patientinnen und Patienten, in dem sie die Erhebung, Speicherung und Nutzung der Daten gestatten, die für die Organisation der Versorgung notwendig sind.

Neben der verbesserten Versorgungsorganisation ist ein weiterer Vorteil von Ambulanzpartner die Möglichkeit einer systematischen Auswertung der ALS-Behandlung. Die Auswertung von realen Behandlungsdaten zur Verbesserung und Weiterentwicklung zukünftiger Versorgung wird als Versorgungsforschung bezeichnet. Durch das AP-Portal wurde eine weltweit führende und bisher einzigartige Plattform der Versorgungsforschung geschaffen, auf der die ALS-Zentren in Berlin, Bochum, Dresden, Hannover, Jena, Ulm, Essen, Göttingen, Mannheim, Leipzig, Münster, Bonn und Halle / Saale durch AP vernetzt sind. Die Hilfsmittel- und Medikamentenversorgung wird innerhalb des Netzwerkes nach einheitlichen Standards dokumentiert und für eine wissenschaftliche Analyse zugänglich. Auf diese Weise entstehen wichtige Lerneffekte zwischen den ALS-Zentren in Deutschland. So wird es erkennbar, wenn bestimmte Medikamente, Hilfsmittel und Therapieverfahren in einem ALS-Zentrum erfolgreich zum Einsatz kommen. Erst durch die Vernetzung können die anderen ALS-Zentren im Netzwerk von der veränderten Versorgungspraxis eines anderen ALS-Zentrums profitieren. Mit der Teilnahme am Ambulanzpartner Versorgungsnetzwerk können Patienten also nicht nur für sich selbst eine verbesserte Versorgungsstruktur in Anspruch nehmen. Sie helfen mit ihrer Teilnahme zugleich, die ALS-Versorgungsforschung in Deutschland voranzubringen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Ambulanzpartner.de

MEDIKAMENTENVERSORGUNG

Eine Zielstellung des Ambulanzpartner Versorgungsnetzwerks besteht darin, Apothekerinnen und Apotheker zu gewinnen, die sich auf die spezifischen Belange von Menschen mit ALS einstellen. Eine hohe Spezialisierung von Ärzten und Apothekern ist notwendig und sinnvoll aufgrund der ungewöhnlichen Konzepte in der ALS-Medikamentenbehandlung.

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Zur Behandlung der ALS ist bisher ein Medikament (Riluzol) zugelassen. In der medizinischen Praxis werden jedoch zumeist zusätzliche Medikamente eingesetzt, die der Linderung von ALS-bedingten Symptomen genutzt werden. So ist eine Kombination von drei bis fünf Medikamenten zur ALS-Symptomkontrolle nicht ungewöhnlich, wobei es sich um teilweise recht unbekannte Medikamente handeln kann. Einige Medikamente kommen zum Einsatz, bei denen die Hauptwirkung nicht relevant ist, aber Nebenwirkungen gezielt genutzt werden. So wird das Medikament Pirenzepin (Handelsname: Gastrozepin) üblicherweise zur Behandlung einer Magenentzündung (Gastritis) verordnet. Bei der ALS wird Pirenzepin verwendet, obwohl keine Gastritis vorliegt. Für das Medikament ist jedoch eine Nebenwirkung der Mundtrockenheit bekannt, die bei der ALS bewusst ausgenutzt werden kann. Zahlreiche ALS-Patienten haben (bedingt durch eine Schluckstörung) eine überschüssige Speichelbildung im Rachenraum, die als belastend erlebt wird. Die Nebenwirkung von Pirenzepin wird genutzt, um dieses Symptom zu reduzieren.

Aufgrund der häufigen Kombinationen und des recht ungewöhnlichen Konzeptes der Medikamentenbehandlung durch gezielte Nutzung von Nebenwirkungen ist eine hohe Spezialisierung von Ärzten und Apothekern notwendig und sinnvoll. Eine Zielstellung des AmbulanzPartner Versorgungsnetzwerkes besteht darin, Apothekerinnen und Apotheker zu gewinnen, die sich auf die speziellen Belange von Menschen mit ALS einstellen. Dazu gehört die genannte pharmakologische Kompetenz für die symptomatische und palliative Medikamentenversorgung bei der ALS. Notwendig ist aber auch eine soziale Kompetenz, die apothekerseitige Beratung trotz Sprechstörung und Immobilisierung der Betroffenen zu gewährleisten. Innerhalb des Netzwerkes werden Apotheker für die klinischen, sozialmedizinischen psychosozialen Besonderheiten der ALS geschult.

Das Versorgungsportal Ambulanzpartner.de stehen Arzt und Apotheker digital in Verbindung. Sie führen eine gemeinsame elektronische Medikamentenakte, die auch für die Patientinnen oder den Patienten einsehbar ist. Auf diese Weise besteht eine fachliche und detailliert dokumentierte Verbindung zwischen Arzt und Apotheker. Die vollständige Digitalisierung der Medikationsdaten bietet wiederum die Möglichkeit der Versorgungsforschung. So ist beispielsweise nicht bekannt, zu welchem Prozentsatz das Medikament Riluzol in den ALS-Ambulanzen in Deutschland eingesetzt wird. Auch eine Übersicht der verschiedenen Praktiken der Medikamentenbehandlung im Vergleich der deutschen ALS-Zentren und Schwerpunktpraxen liegt noch nicht vor. Zur Weiterentwicklung der ALS ist eine detaillierte und vergleichende Analyse der ALS-Medikation erforderlich und wird mit Hilfe von Ambulanzpartner möglich.

Voraussetzung für die Teilnahme an der Medikamentenversorgung von Ambulanzpartner ist die einmalige Unterzeichnung von drei Dokumenten:

  1. Einwilligungserklärung: Auf diesem Dokument willigen Sie in den Datenschutz und die Verwendung Ihrer Daten zum Zwecke der Versorgungsforschung ein.
  2. Erklärung zur freien Apothekenwahl: Auf diesem Dokument erklären Sie, dass sie darüber informiert worden sind, die vollständige Wahlfreiheit für eine Apotheke in Deutschland haben. Sie erklären sich damit einverstanden, dass Sie (bis auf Widerruf) von einer Apotheke versorgt werden, die eine ALS-Spezialisierung aufweist und die Digitalisierung sämtlicher ALS-bedingter Medikation auf dem Portal übernimmt. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Möglichkeit, jederzeit und ohne Angabe von Gründen eine Apotheke außerhalb des Versorgungsnetzwerkes zu wählen.
  3. Lieferauftrag: Auf diesem Dokument willigen Sie ein, dass ein Mitarbeiter einer Apotheke oder eines Logistikunternehmens Medikamente zu Ihnen nach Hause liefert. Ohne dieses Dokument sind Apotheken (oder beauftragte Lieferanten) nicht berechtigt, ein Medikament an der Wohnungstür des Patienten abzugeben.
  4. Schweigepflichtentbindung: Auf diesem Dokument entbinden Sie das mit Ambulanzpartner kooperierende Apothekenpersonal von seiner Schweigepflicht. Zur digitalen Dokumentation auf der Ambulanzpartner-Versorgungsplattform ist eine gezielte Entbindung von der Schweigepflicht des Apothekers notwendig.

Einzelheiten zur Teilnahme am Versorgungsnetzwerk und zur Versorgungsforschung finden Sie unter Ambulanzpartner.de sowie in der Patienteninformation, die von den ALS-Ambulanzen bereitgestellt wird.

HILFSMITTELVERSORGUNG

Bei der Hilfsmittelversorgung ist wichtig, dass die Versorgung von Experten vorgenommen wird, die mit den Besonderheiten der ALS vertraut sind. Der Nutzen des Ambulanzpartner Versorgungsnetzwerkes liegt darin, dass passende Versorgungspartner gefunden werden, die auf das benötigte Hilfsmittel spezialisiert sind.

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Bei der ALS ist im Krankheitsverlauf die Nutzung verschiedener Hilfsmittel notwendig und sinnvoll. Im Mittelpunkt steht die Versorgung mit Mobilitäts-, Transfer-, Kommunikations- und Pflegehilfen. Im weiteren Krankheitsverlauf können auch Atem- und Ernährungshilfen dazukommen. Bei der Hilfsmittelversorgung ist wichtig, dass die Versorgung von Experten vorgenommen wird, die mit den Besonderheiten der ALS, insbesondere dem fortschreitenden Charakter der Erkrankung vertraut sind.

Wie funktioniert die Versorgungsablauf für Hilfsmittel bei Ambulanzpartner? Der im Arzt-Patienten-Dialog festgelegte Hilfsmittelbedarf wird durch eine Ambulanzpartner-Koordinatorin digital dokumentiert und über das Ambulanzpartner Versorgungsportal an einen Versorgungspartner weitergeleitet. Der Versorger nimmt telefonisch Kontakt zum Patienten auf und verabredet sich zur Besichtigung, Beratung und Erprobung in der Häuslichkeit des Patienten. Mit Kenntnis der konkreten Bedarfssituation des Patienten wird ein Versorgungsvorschlag unterbreitet und an eine Ambulanzpartner-Koordinatorin weitergeleitet. Die koordiniert sämtliche Versorgungsvorschläge, digitalisiert sie und leitet sie an den verordnenden Arzt weiter. Dieser erstellt eine ärztliche Verordnung, die vom Hilfsmittelversorger bei den Krankenkassen eingereicht wird. Nach Prüfung der Indikation und Wirtschaftlichkeit wird das Hilfsmittel von der Krankenkasse genehmigt oder abgelehnt.

Der Nutzen des Ambulanzpartner Versorgungsnetzwerkes liegt darin, dass für die Patientin bzw. den Patienten passende Versorgungspartner gefunden werden, die auf das benötigte Hilfsmittel spezialisiert sind. Weiterhin sorgen die Koordinatorinnnen von Ambulanzpartner dafür, dass die notwendigen Dokumente und Verordnungen rechtzeitig erstellt und an den geeigneten Partner versenden werden. Ein weiterer Nutzen von Ambulanzpartner besteht darin, dass sämtliche Versorgungsschritte digital erfasst, transparent gemacht und zwischen allen Beteiligten der Versorgung in Form einer elektronischen Versorgungsakte ausgetauscht werden. Auf diese Weise sind alle Versorgungspartner auf dem „aktuellen Stand“.

Neben der Verbesserung der Versorgungsabläufe bietet die Digitalisierung auf dem AP-Portal neuartige Möglichkeiten der Versorgungsforschung. Durch eine systematische Analyse der realen Versorgungsdaten können Stärken und Schwachstellen der Versorgung analysiert werden. So wird erkennbar, welche Hilfsmittel sich bei einzelnen Symptomen besonders eignen. Auch aus den Unterschieden zwischen verschiedenen ALS-Zentren ergeben sich Lerneffekte. Durch die Datenauswertung wird erkennbar, wenn ein bestimmtes Hilfsmittel von Ärzten eines bestimmten ALS-Zentrums sehr erfolgreich eingesetzt wird. In diesem Fall können andere ALS-Zentren von dieser Erfahrung lernen und dieses Hilfsmittel im eigenen ALS-Zentrum verwenden.

Durch gezielte Befragung von Patientinnen und Patienten wird dann der subjektive Nutzen (einschließlich eventueller Nachteile und Belastungen) erfasst und auf dem AP-Portal zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise unterstützen Patientinnen und Patienten mit der Teilnahme am Ambulanzpartner Versorgungsnetzwerk die Weiterentwicklung der ALS-Behandlung. Die Datenanalyse der Hilfsmittelversorgung und ihre wissenschaftliche Publikation sollen dazu beitragen, die Strukturen unseres Gesundheitssystems weiter zu entwickeln. Wichtige Daten sind Ablehnungsraten der Hilfsmittelversorgung durch unterschiedliche gesetzliche und private Krankenversicherungen. Ebenfalls sind Verzögerungen zwischen ärztlicher Veranlassung und tatsächlicher Lieferung eines Hilfsmittels relevant. Bezüglich Ablehnung und Verzögerungen bei der Hilfsmittelversorgung bestehen signifikante Unterschiede zwischen einzelnen Hilfsmittelgruppen und den Krankenversicherungen. Durch eine Veröffentlichung der Forschungsergebnisse werden längerfristige gesundheitspolitische Änderungsprozesse unterstützt, die zu einer Verminderung von Ablehnungsraten und zu einer beschleunigten Versorgung führen sollen.

HEILMITTELVERSORGUNG

Heilmitteltherapien sollten in spezialisierten Praxen erfolgen, die über ausreichende Erfahrungen mit der Behandlung von Patienten mit ALS oder anderen chronischen neurologischen Erkrankungen verfügen. Ambulanzpartner koordiniert ein spezialisiertes Therapeuten-Netzwerk in Berlin und den angrenzenden Regionen des Landes Brandenburg angeboten.

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Im Verlauf der ALS werden verschiedene Maßnahmen der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie (Heilmittel) notwendig. Durch die relative Seltenheit der Erkrankung haben nicht alle therapeutischen Praxen eine umfangreiche Erfahrung bei der Behandlung von ALS-Patienten. So können Unsicherheiten auf Seite der Patienten, aber auch bei Therapeuten entstehen, welche Behandlung bei der ALS geeignet oder nachteilhaft ist. Daher ist die Versorgung in spezialisierten Therapiezentren sinnvoll, die über ausreichende Erfahrungen mit der Behandlung von ALS-Patienten oder anderer chronischer neurologischer Erkrankungen verfügen (Schlaganfall, Parkinson-Erkrankung, Multiple Sklerose u. a.).

Die Koordination der Versorgung mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie wird von Ambulanzpartner in Berlin und den angrenzenden Regionen des Landes Brandenburg angeboten. Hier konnten mehr als 100 Therapiezentren vernetzt werden, die Erfahrungen in der ALS-Behandlung aufweisen oder an einer Einarbeitung in die ALS-Thematik interessiert sind. Darüber hinaus ist ein ALS-Therapienetzwerk in Hamburg und im Ruhrgebiet im Aufbau. Diese Spezialisierung ist vor allem in Ballungsräumen realistisch, sodass die derzeitige Netzwerkentwicklung auf Berlin, Hamburg und das Ruhrgebiet konzentriert ist.

Der Versorgungsablauf für Therapien gestaltet sich bei Ambulanzpartner wie folgt: Der Arzt oder die Ärztin einer ALS-Ambulanz stellt die Indikation für eine Physiotherapie (oder Ergotherapie, oder Logopädie) und legt die Häufigkeit und Anzahl der Therapieeinheiten fest. In der Regelversorgung würde der Patient mit der Suche einer geeigneten Therapiepraxis beschäftigt sein. An dieser Stelle bietet das AP-Versorgungsnetzwerk eine Unterstützung an. Anstelle einer eigenen Suche übernimmt eine Koordinatorin das Fallmanagement, bei dem in Abhängigkeit vom Wohnort, der Notwendigkeit eines Hausbesuches, der Therapieform und therapeutischen Häufigkeit eine geeignete Therapiepraxis identifiziert und angesprochen wird. Der weitere Austausch zwischen der Therapiepraxis und der ALS-Ambulanz wird vereinfacht und verbessert: Die Therapiepraxen fordern auf dem AP-Internetportal elektronisch die weiteren Verordnungen an. Die frühere Beauftragung der Patienten, die Verordnungen zu besorgen, entfällt. Auf Seiten des Patienten verbleibt lediglich die Notwendigkeit, die Chipkarte und den Überweisungsschein einmal pro Quartal in der ALS-Ambulanz beizubringen.

Durch die digitale Anforderung von Nachfolgeverordnungen entfallen die bisher üblichen Telefonate, Faxe oder Briefe. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sämtliche Rezept- und Verordnungsanforderungen durch eine AmbulanzPartner-Koordinatorin auf formale Korrektheit und Übereinstimmung mit den Anforderungen des Heilmittelkataloges überprüft wird. Damit wird die Häufigkeit von Korrekturen und erneuten Ausstellungen von Heilmittelverordnungen deutlich reduziert. Die Verminderung von „Papierarbeit“ und Organisationsaufwand ist vorteilhaft für alle Beteiligten: Patienten, Angehörige, Ärzte und Therapiepraxen.

ERNÄHRUNGSVERSORGUNG

Mit Ambulanzpartner wird die Ernährungstherapie für Patienten, Ärzte und Ernährungstherapeuten (m/w) vereinfacht und einer Mangelernährung oder unerwünschten Gewichtsabnahme vorgebeugt.

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Eine defizitäre Ernährung sowie ein unerwünschter Gewichtsverlust sind Begleitsymptome oder Folge verschiedener neurologischer und internistischer Erkrankungen. Die Behandlung umfasst eine Ernährungsberatung, eine Nahrungsergänzung durch hochkalorische Ernährungslösungen sowie eine künstliche Ernährung durch eine perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG).

Das Versorgungsnetzwerk Ambulanzpartner bietet für das spezialisierte Ernährungsmanagement eine moderne Organisationsstruktur und eine elektronische Dokumentation der Ernährungstherapie. Damit wird die Ernährungstherapie für Patienten, Ärzte und Ernährungstherapeuten (m/w) vereinfacht und einer Mangelernährung oder unerwünschten Gewichtsabnahme vorgebeugt.

Welchen Nutzen bietet Ambulanzpartner für die Ernährungstherapie?

  • Spezialisiertes Netzwerk an medizinischen Experten für eine individualisierte Ernährungstherapie
  • Betreuung durch spezialisierte Ernährungstherapeuten
  • Elektronische Erfassung und Datenweiterleitung der Ernährungstherapie, der Patientenselbstbewertung und des Body-Mass-Index (BMI) für eine optimierte
  • Beratung und Therapieentscheidung
  • Kostenlose und bundesweite Logistik mit Lieferung an die Hausadresse
  • Einfache und schnelle Versorgung mit Ernährungshilfen

Mit dem Rezeptmanagement von Ambulanzpartner erhalten Patienten die bei ihrem Arztbesuch verordneten Ernährungshilfen nach Hause geliefert, ohne selbst eine Apotheke aufsuchen zu müssen. Die Versorgung wird noch am gleichen Tag von dem mit Ambulanzpartner kooperierenden Ernährungstherapeuten (m/w) bearbeitet. Durch die Spezialisierung der Ernährungstherapeuten (m/w) auf die Patientengruppen von Ambulanzpartner sind die Ernährungshilfen stets vorrätig oder unmittelbar lieferbar. Bereits verordnete Ernährungshilfen können bequem telefonisch nachbestellt werden.

Verbesserung der Prophylaxe und Behandlung von Mangelernährung und unerwünschtem Gewichtsverlust

Ambulanzpartner bietet ein Versorgungskonzept für eine optimierte Prophylaxe und Behandlung des unerwünschten Gewichtsverlustes und der Mangelernährung. Die elektronische Patientenselbstbewertung und Dokumentation der Ernährungstherapie ermöglicht eine strukturierte und einheitliche Information für das Versorgungsnetzwerk. Durch die Bereitstellung verschiedener medizinischer Parameter einschließlich des Body-Mass-Index in der elektronischen Versorgungsakte wird eine wichtige Grundlage für ein effektives Ernährungsmanagement geschaffen.

Elektronische Versorgungsakte

Auf dem Portal Ambulanzpartner.de haben Patienten, Ernährungstherapeuten und Ärzte die Möglichkeit, eine Übersicht der aktuellen sowie der zurückliegenden Ernährungshilfen in Form einer elektronischen Versorgungsakte nachzuvollziehen. Zusätzlich können sie vertrauliche Bewertungen der Ernährungshilfen und der Dienstleistungen vornehmen und damit zur Verbesserung der Ernährungstherapie beitragen. Die elektronische Versorgungsakte bietet eine verbesserte Datenlage für den Ernährungstherapeuten (m/w) und Arzt, so dass eine optimierte Beratung und Therapieentscheidung erfolgen kann.

BEATMUNGSVERSORGUNG

Unsere Ambulanz arbeitet mit dem Charité-Zentrum für außerklinische Beatmungsversorgung und Sauerstofftherapie (CABS) zusammen, das über umfassende Erfahrungen zur Anpassung einer häuslichen Beatmungsversorgung verfügt.

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Unsere Ambulanz arbeitet mit dem Charité-Zentrum für außerklinische Beatmungsversorgung und Sauerstofftherapie (CABS) zusammen, das über umfassende Erfahrungen und die Ausstattung zur Anpassung einer häuslichen Beatmungsversorgung (Maskenbeatmung und Hustenassistenten) verfügt.

Die Indikation zur Beatmungsversorgung wird innerhalb der ALS-Ambulanz gestellt und durch Fachärzte für Innere Medizin (mit Schwerpunkt der Pneumologie und außerklinischen Beatmung) überprüft und konkretisiert. Die Abstimmung zwischen den ambulanten Einrichtungen wird durch eine spezialisierte Beatmungskoordinatorin, Birgit Koch, organisiert und durch die Nutzung einer gemeinsamen elektronischen Versorgungsakte (AmbulanzPartner) unterstützt.

An anderen ALS-Zentren in Deutschland sind sehr unterschiedliche Kooperationsmodelle etabliert. Teilweise wird die Beatmungsversorgung auch innerhalb der Neurologischen Kliniken angeboten. Bei der Beatmungsversorgung ist von entscheidender Bedeutung, dass eine Spezialisierung zur Behandlung von Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen (einschließlich ALS) vorhanden ist und ein individuelles Konzept der Atemhilfe erarbeitet wird.

  • Ansprechpartner

    Prof. Dr. Christoph Münch

    Facharzt für Neurologie,
    Entwicklung Ambulanzpartner.de

    +49 (0)30 450 560132
    christoph.muench@charite.de

  • Ansprechpartner Atemhilfen

    Birgit Koch

    Ambulanz- und Studienkoordination

    +49 (0)30 450 560028
    birgit.koch@charite.de